Die Hummel

Herkunft / Lebensweise / Nahrung
Hummeln sind Insekten und gehören zu den größten Bienenarten. Sie leben in Völker und sind Hautflügler zusammen mit Ameisen und Wespen. Insgesamt gibt es 250 Hummelarten. Hummeln sind besiedelt in Wälder, Wiesen (wo sich Blumen befinden). Sie leben geschützt unter der Erde, unter Wurzeln der Bäume, unter Baumrinden, in hohes Gras etc. Unter anderem befinden sie sich in Baumhöhlen, Mauerlöcher, Vogelnistkästen, unter Grasbüschel, Moospolstern, Heidekraut etc. Sie bevorzugen Klimazonen im nördlichen Bereich. Das Nest besteht aus Grashalme, Vogelfedern, u.a. wird es aus ausgewürgtem Nektar zu einer glatten Wand verklebt und später mit Wachs ausgekleidet.
Hummeln sind Soziale Bienen, sie tragen bei der Bestäubung der Blütenpflanzen bei, da sie sich von Nektar ernähren, bleibt der Blütenstaub an den Haaren hängen, während sie auf den Blumenköpfen den Nektar sammeln. So wird der Blütenstaub zu den anderen Blumen getragen, der für die Bestäubung der Blüte benötigt wird.
Sie leben nur vom Frühjahr bis Spätsommer/Herbst.
Das Hummelvolk besteht aus Königin, Arbeiterin und Drohnen. Darunter sind ca. 50 bis 500 Arbeiterin beteiligt.

Mitte März lebt die kurzrüsselige Hummel ( helle und dunkle Erdhummel, Baumhummel, Wiesenhummel) . Später Anfang April sieht man die langrüsseligen Hummeln (Gartenhummel, Steinhummel, Ackerhummel) wenn genügend Temperaturen erreicht sind.

Aussehen
Sie ist behaart, wie jede Bienenart. Sie ist meist schwarz, gelb/orange gestreift, dies ist aber bei jeder Hummelart unterschiedlich. Bei der Erdhummel sind die Streifen gelb/orange, schwarz und weiß gestreift. Die weibliche Form der Hummeln werden Kasten genannt. Sie entwickeln sich aus besamten Eiern.
Arbeiterin und Königin sind von der Größe und ihre Aufgaben zu unterscheiden. Bei jeder Hummelart ist jedoch der Größenunterschied unterschiedlich.

Arbeiterin und Königin haben einen Stachel, sie benutzen ihn bei einer Bedrohung. Der Stachel hat keinen Wiederharken.
Bei Angriff drehen sie sich auf den Rücken, halten sich mit den mittleren Beinen fest und drücken den Hinterleib dem Gegner entgegen. Die Hummel spritzt wenig Gift. Bei stark drohender Gefahr beißen sie sich fest und pumpen das gesamte Gift in den Einstich. Ein Hummelstich erzeugt Rötungen, Schwellungen und Schmerzen.
Die Drohnen haben keinen Stachel, jedoch haben sie die gleiche Abwehrhaltung wie die Arbeiterin und die Königin.

Unterschied zwischen Arbeiterin und Drohnen: Sie sind zwar gleich groß, aber der Hinterleib der Drohnen ist abgerundeter als bei den Arbeiterin. Die Arbeiterin haben einen Spitzten Hinterleib. Die Drohnen haben längere Flügel (13 Glieder die Arbeiterin hingegen nur 12 Glieder)
Bei den Drohnen ist der Kiefer schwach ausgebildet, einige Arten haben Bart und sie besitzen keinen Stachel, kein Pollensammelapparat und die Behaarung ist Struppiger und länger. Sie sind träger auf den Blüten bei der Nektar Aufnahme als die Arbeiter (da die Drohnen für den Eigenbedarf sammelt und nicht für das Volk)
Hauptaufgabe der Drohnen ist: Die Königin zu begatten.
Die Begattung ist üblich, dass die Drohnen Flugbahnen etwa von 100m bis 300m lang, anlegen. Sie werden regelmäßig in selber Richtung beflogen. Manchmal auch von mehren Bienen. Geschwindigkeit von 5-10 Km/h. Sie fliegen am Vormittag, Nachmittags sammeln sie Nektar.
Der Körper der Hummel gliedert sich: In Kopf, Brust und Hinterleib.

- der Kopf besteht aus:
-zwei große Facettenaugen
-drei kleine Punktaugen
-Fühler (Antennen) steht für Geruchs- und Tastorgan
-drei kräftige Kiefer
-eine Zunge ( Saugrüssel). Die Zunge wird gefaltet und unter den Kopf eingelappt

Unterschiede
Langkopfhummel und Kurzkopfhummel,
die Zungen sind unterschiedlich lang. Rüssellänge einer Langkopfhummel (z.B. Gartenhummel) beträgt 20mm
Rüssellänge einer Kurzkopfhummel (z.B. Erdhummel) beträgt 10mm

- das Bruststück besteht aus:
-drei Beinpaare. Ein Bein besteht aus fünf Gliedern: Hüftglied, Schenkelring, Schenkel, Schiene und Fuß
das erste Beinpaar putzt den Kopf und die Zunge, es besitzt eine Putzscharte durch die, die Fühler gezogen werden.
bei den Arbeiterin und Königin besitzt das dritte Beinpaar einen Pollensammelapparat (wie bei der Honigbiene). Am unteren Ende der Schiene ist ein Pollenkörpchen.
Zum Pollemsammelapparat gehört: Pollenkamm, Pollenkneter und Pollenbürste
-vier Flügel: Hell, durchsichtig oder leicht geraucht. Vorderflügel sind größer als die Hinterflügel. Beim Fliegen werden sie durch Häkchen an den Flügelenden miteinander verbunden. ( dadurch eine große Tragfläche)

der Hinterleib:
Bei den Arbeiterin und Königin sind Wachsdrüsen auf dem Bauch und Rückenseite vorhanden. Die ausgeschwitzten Wachsplättchen werden mit dem Hinterleib und den Hinterbeinen abgenommen und mit Hilfe der Kiefer verarbeitet.
Bei einer verletzten Hummel am Hinterleib, bleibt der Wachs als weißlicher Belag hängen.

Aufgaben der Hummel
Die Königin ist für die neu Gründung des Volkes im Frühjahr zuständig. Die letzte Königin, die im Spätsommer aufgezogen wurde, überwintert um im Frühling das Volk wieder neu zu gründen. Sie lebt also fast ein Jahr.
Nach dem schlüpfen beginnen die Königin Reservestoffe zu bilden. Dies ist das Speicherorgan (Fettkörper), es wird voluminös. Die Reserven nach dem Winterschlaf werden für die erste Nahrungssuche benötigt. Ebenso auch bei Schlechtwetterperioden.
Die erste Gattung beginnt, wenn die Königin nach 4-6 Tagen das Nest verlässt. Die Königin ist für alle arbeiten zuständig nach der Nestgründung. D.h.: Nesthöhle herrichten, Vorratszellen aus Wachs bauen, Nahrung sammeln, Eier legen, Larven füttern, die Wabe wärmen.
Bei den ersten Schlüpfungen der Arbeiterin, dienen sie für die Aufgaben, die, die Königin zuvor erledigt hat. Ab nun fliegt die Königin nicht mehr aus dem Nest. Ihr Stoffwechsel stellt sich nun auf die Produktion der Eier um. Die Eierstöcker sind dann stark entwickelt, der Hinterleib der Königin ist aufgedunsen.
Bei einem Angriff verkriecht sich die Königin unter Waben oder Neststreu.

Die Arbeiterin sammeln Nahrung für das Nest und versorgen die Brut. Ebenfalls bauen sie am Nest und halten die Temperatur von bis zu 30C° konstant. Bei Störungen oder einem Angriff, verteidigen sie das Nest durch stechen.
Arbeiterin haben ebenfalls Eierstöcke. Jedoch werden dieses durch ein Hemmstoff der Königin unterdrückt. Stirbt die Königin, so können die Arbeiterin Eier legen. Die Eier der Arbeiterin sind unbesamt, daher schlüpfen nur Drohnen aus den Eiern. Wenn es vorkommen sollte, dass sie begattet werden, dann wehren sie sich durch abstreifen oder abstechen. Arbeiterin leben in etwa ein bis zwei Monate. Um so mehr sie Nahrung sammeln gehen, um so kürzer ist das Leben der Arbeiterin.

Ob aus einem besamtem Ei eine Arbeiterin oder eine Königin schlüpft, hängt von der Nahrungsmenge ab, die, die Larven erhalten. Um so mehr Nahrung die Larve bekommt, wird es eine Königin. Bei weniger Zufuhr der Nahrung, wird es eine Arbeiterin.

Hummeldrohnen: So lange sie im Nest sind, helfen sie die Brut zu wärmen. Frisch geschlüpft und eng an der Wabe geschmiegt können sie die Temperatur um 4-6C° erhöhen. Bei Störungen von Draußen summen sie laut mit, um wehrhaften Volk darzustellen.
Außerhalb des Nestes ernähren sie sich selbst. In der Anfangszeit kommen sie ab und zu ins Nest zurück um sich zu ernähren.
Sie tragen ebenso an der Blütenbestäubung bei.

Die Jungmutter (Königin) beginnt nach ihrem Winterschlaf nach Nektar zu suchen, um sich zu stärken. Dann beginnt sie ein passendes Nest aufzusuchen. Dabei fliegt sie dicht über den Boden und untersucht den Erdreich ab um eine passendes Stelle für das Nest zu finden. Hat sie sich entschieden, kreist sie die Stelle mehrmals durch Kreisförmige intensive Orientierungsflüge ein. So kann sie sich den Platz genau einprägen und später wiederfinden. Dann beginnt sie mit dem Nestbau. Sie zerbeißt das vorgefundene oder hergeholte (von den Arten abhängig) Material und mischt es mit Wachs, welches sie aus den Drüsen des Hinterleibs benutzt.
Daraus formt sie eine Nestkugel, wobei sie am Eingang einen 2cm großes Tönnchen aus Wachs baut. In dem in den weiteren Tagen der Nektarvorrat eingefüllt wird, der falls bei Kälteperioden die Hummel versorgt. Der Nektar wird dabei in einem speziellen Honigmagen gesammelt und in das Wachsgefäß gegeben. Danach trägt das Weibchen durch Sammeleinrichtungen an den hinteren Beinpaar eiweißreichen Blütenpollen ein. Dieser wird die Nahrung der heranwachsenden Larven der ersten Arbeiter sein. Als nächstes wird der Blütenstaub in einen Wachsnapf eingetragen, worauf die Königin bald die ersten Eier legt. Dieser Napf entwickelt sich mit dem Wachstum der Larven zu einem blasigen Gebilde. Die ersten Arbeiterin (Schlüpfung nach 4 Wochen) sind erst sehr klein , da die Königin sie selbst ernähren muss. Dann sind ersten Arbeiterin für die arbeiten zuständig, welche zuvor die Königin gemacht hat. Die Königin wird ab nun nur noch für das Eierlegen zuständig sein.
Zwischen Mai und September (arten abhängig), entwickeln sich die Männchen und Jungkönigin.
(Die Königin kann auch ihre Eierstöcke so beeinflussen, ob es eine Jungkönigin wird oder eine Arbeiterin.)
Die Altkönigin legt ab einem bestimmten Zeitpunkt nur noch Geschlechtstiere (Jungköniginnen oder Drohnen). Zu dieser Zeit versuchen die Arbeiterin, in Konkurrenz zur Altkönigin zu treten, um deren Fortpflanzungsmonopol zu brechen. ( Häufig überlebt die Altkönigen es nicht, nur bei Ausnahmen wo die Altkönigen alle Angriffe abwehren kann und eine sehr große Zahl an Geschlechtstiere hervorbringt).
Nun können die Arbeiterinnen Eier legen, aus denen nur Drohnen Schlüpfen können, da sie unbefruchtet sind. Dies ist jedoch wichtig, damit eine flächendeckende Befruchtung der Jungenköniginnen gewährleistet ist. Bald darauf nimmt die Zahl der Arbeiterinnen ab und das Volk stirbt. Währenddessen suchen die begatteten Weibchen nach einen geschützten Platz gegen den bevorstehenden Winter.
9 von 10 Jungkönigin überstehen den Winter nicht.

Fortpflanzung
Die Entwicklung der Hummel ist folgendermaßen. Sie schlüpfen aus einem Ei, sind dann eine Larve und verpuppen sich dann. Nach der Verpuppung wird es eine fertige Hummel. Ist das Ei unbesamt, so schlüpfen den Eiern Drohnen. Wenn das Ei besamt ist, dann wird später daraus eine Königin oder eine Arbeiterin. Dies hängt davon ab, ob die Larve viel oder wenig Nahrungszufuhr bekommt oder wenig. Bei weniger wird es eine Arbeiterin und bei mehr Nahrungszufuhr eine Königin.

Die Königin kann bis zu 16 Eier legen. Die Larven schlüpfen nach 5-6 Tagen. Sie ernähren sich vom Nektar auf dem sie liegen. Zusätzlich werden sie vom Futtersaft von der Königin ernährt.
Ablauf der Entwicklung: Vom Ei zur Larve, die Larve verpuppt sich.
Erst dann werden neue Eier von der Königin gelegt.
Die Entwicklung von Larven und Puppen hängt von der Temperatur ab. Nach drei bis vier Wochen schlüpfen die ersten Arbeiterin

Frisch geschlüpfte Arbeiterin sind nach 10-12 Std. ausgefärbt. Zweite Brut schlüpft erst ab 10-15 Tage. Danach folgt Täglich Schlüpfungen von Arbeiterin.
- Kleine Arbeiterin sind Nestarbeiterin (Fütterung der Larven, bauen der Wabe, Regulation der Nesttemperatur)
- Große Arbeiterin sind für die Nahrungssuche geeignet

Feinde
Schmarotzerhummeln (Kuckuckshummeln)
Die weiblichen legen Eier in den Nestern der Hummeln und lassen ihre Eier dort schlüpfen und die Larven von den Hummeln aufziehen. Sie selbst sammeln keine Nahrung. Manchmal töten sie die Wirtskönigin der Hummel und so ist die Volksentwicklung beendet.
- sie besitzt kein Pollensammelapparat
- ihr Hinterleib ist nach hinten gekrümmt
- die Drohnen der Schmarotzerhummeln sind struppiger behaart
- sie fliegen träger als Hummeln

Besonderheiten
Die Hummel kann bei niedriger Temperatur fliegen, indem sie sich selbst aufwärmt. Sie ist fähig bei niedrigen Temperaturen Wärme zu erzeugen. Sie lässt ihre Flugmuskulatur im Leerlauf Vibrieren und erzeugen so Wärme. Da sie schwer sind, benötigen sie viel Energie um in die Luft zu kommen.

Hummeln können viel Nektar Tanken. Wenn ihre Sammelblase gefüllt ist, dann haben sie das doppelte an Gewicht.

Der Ertrag von Pollen lässt sich durch einen Trick der Hummel noch deutlicher steigern. Durch ihre Vibration ihrer ausgekoppelten Flugmuskulatur führt zur Vibration des Hummelkörpers, wodurch der Pollen aus der Blüte regelrecht herausgeschüttelt wird.